Mietpreisermittlung: Mietpreisspiegel Deutschland

Mietspiegel


Zur Definition des „reinen Mietspiegels“ gibt es zusätzlich den Begriff des „qualifizierten Mietspiegels“, der im § 558d BGB festgesetzt ist. Der qualifizierte Mietspiegel wird nach wissenschaftlichen Grundsätzen alle zwei Jahre erarbeitet – von Interessenvertretern der Vermieter und der Mieter (z. Bsp. des Deutschen Mieterbundes, oder des örtlichen Mietervereins) und dann von der jeweiligen Gemeinde anerkannt. Er darf – ausnahmsweise – nach zwei Jahren auch durch eine Anpassung mit Hilfe des Lebenshaltungskostenindex für Gesamtdeutschland angepasst werden, bevor nach insgesamt vier Jahren seine Neuerstellung zwingend ist. Er wird dann von der Gemeindevertretung förmlich beschlossen und in den Amtsblättern der Gemeinden veröffentlicht.

Bei einem qualifizierten Mietspiegel wird im Zivilprozess vermutet, dass die darin genannten Mietpreisspannen zutreffen. Diese Vermutung ist aber widerlegbar. Herausforderungen stellen die „anerkannten wissenschaftlichen Grundsätze“ dar, die seitens des Gesetzes (§ 558d BGB) gefordert sind,  jedoch zur Aufstellung von Mietspiegeln überhaupt erst erarbeitet werden (vgl. Artikel in: Münchener Kommentar zum BGB, Bd. 3, 4. Aufl. 2004, § 558d BGB Rn. 2 m. w. N.).

 

Losgelöst von den Mietspiegeln können wir uns Veränderung von Mieten über fest definierte Zeiträume auch über den sogenannten Mietpreisindex (auch Mietindex oder Wohnungsmietindex genannt) anschauen. Dieser definiert sich als Vergleichsgröße, welche sich auf die durchschnittliche Veränderung von Nettokaltmieten innerhalb eines Zeitrahmens bezieht. Hierbei wird das Mietniveau von einem bestimmten Jahr oder Monat einem Basisjahr gegenübergestellt. Von 2010 auf 2016 haben wir z. Bsp. eine Veränderung von 100 auf 108. Das zeigt hier das Statistik-Portal im Zeitraum 1995 bis 2016 auf: Er bezieht sich auf die Wohnungsmiete, einschließlich des Mietwerts von Eigentümerwohnungen und bildet damit die Mietpreisentwicklung im Land ab. Die Angaben basieren auf dem Verbraucherpreisindex für die Lebenshaltung (VPI) in Deutschland des Statistischen Bundesamtes: hier wird die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen (z. Bsp.: Nahrungsmittel, Kleidung, Kraftfahrzeuge ebenso wie Mieten, Dienstleistungen oder Reparaturen), bemessen: Entwicklung des Mietpreisindex.h

 

 

Welche Wohnungsgröße kann ich mir überhaupt leisten ?

 

Sehen Sie in der folgenden Grafik, wo in Deutschland sich Mieter und Käufer wieviel Wohnfläche leisten können. Angenommen wird hierbei eine durchschnittliche Belastung von 26% des mittleren Nettoeinkommens durch die Wohnkosten. Als Referenz gibt die Grafik ebenfalls die Veränderung der Mietpreise seit dem Jahr 2013 an.